Die Hälfte aller Makler in Deutschland wartet darauf, dass das Telefon klingelt. Das ist keine Übertreibung. Laut IVD verdienen zwei Drittel der selbstständigen Immobilienmakler so wenig, dass das Finanzamt es Liebhaberei nennen würde (IVD, 2025). Der Grund ist fast immer derselbe: zu wenig Objekte, zu wenig System, zu viel Hoffnung.
Objektakquise, also die systematische Gewinnung von Verkaufsaufträgen, ist die existenzielle Aufgabe jedes Maklers. Wer keine Objekte hat, hat kein Geschäft. So einfach ist das. Und trotzdem behandeln die meisten Makler Akquise wie etwas, das „irgendwie nebenher läuft”. Ein paar ImmoScout-Inserate, ab und zu ein Flyer, vielleicht noch ein Post auf Instagram. Das reicht 2026 nicht mehr.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen 23 konkrete Strategien für die Immobilienakquise, die funktionieren. Digital und analog. Für Einzelmakler genauso wie für Büros mit 15 Mitarbeitern. Mit konkreten Zahlen, Zeitaufwand und ehrlicher Einschätzung, was sich wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Über 42.000 Makler kämpfen in Deutschland um Objekte. Ohne systematische Akquise sind Sie einer von vielen (Listflix, 2025).
- Die profitabelsten Akquise-Kanäle kombinieren Digital (SEO, Ads, Bewertungstools) mit Offline (Farming, Tippgeber, Events).
- Farming in einem definierten Gebiet liefert nach 6-12 Monaten die verlässlichsten Ergebnisse für Auftragsakquise.
- Tippgeber-Systeme mit klarer Provisionsstruktur generieren die günstigsten Leads pro Auftrag.
- KI-gestützte Akquise (Predictive Analytics, CRM-Automation) ist der größte Hebel für 2026, den kaum ein Makler nutzt.
- Kaltakquise per Telefon ist für Makler bei Privatpersonen ohne Einwilligung verboten (UWG §7). Briefkastenwerbung und persönlicher Besuch bleiben erlaubt.
- Der wichtigste Erfolgsfaktor: Nicht die einzelne Strategie zählt, sondern das System dahinter.
Was ist Objektakquise, und warum entscheidet sie über Ihren Erfolg?
Objektakquise beschreibt alle Maßnahmen, mit denen ein Immobilienmakler Verkaufsaufträge (Mandate) gewinnt. In Deutschland konkurrieren über 42.000 registrierte Makler um diese Aufträge (Listflix, 2025). Gleichzeitig ist die Zahl der Immobilientransaktionen 2025 gegenüber dem Rekordjahr 2021 um rund 30 % gesunken (Statistisches Bundesamt, 2025). Weniger Objekte, mehr Wettbewerb. Das ist die Realität.
Immobilienakquise ist dabei nicht nur „Objekte finden”. Es geht darum, Eigentümer zu überzeugen, dass Sie der richtige Makler sind. Das ist ein Vertrauensgeschäft. Und Vertrauen entsteht nicht durch einen einzelnen Flyer oder eine Google-Anzeige. Es entsteht durch systematische Präsenz über mehrere Kanäle hinweg.
Merken Sie den Unterschied? Die meisten Makler suchen nach „dem einen Trick”. Den gibt es nicht. Was es gibt, ist ein System. Und genau das bauen wir in den nächsten 23 Strategien auf.
Warum reicht klassische Akquise 2026 nicht mehr?
Der deutsche Immobilienmarkt hat sich seit 2022 grundlegend verändert. Die Bauzinsen stiegen von unter 1 % auf über 3,5 %, die Transaktionszahlen sind eingebrochen, und viele Eigentümer schieben den Verkauf auf (Interhyp, 2026). Wer als Makler nur auf eingehende Anfragen wartet, hat ein Problem.
Drei Marktveränderungen, die Ihre Akquise betreffen:
- Weniger Verkaufsbereitschaft: Eigentümer, die 2021 noch euphorisch verkauft hätten, warten jetzt auf „bessere Zeiten”. Ihre Akquise muss aktiver werden, nicht passiver.
- Generationenwechsel: Die Babyboomer-Generation vererbt in den nächsten 10 Jahren Immobilien im Billionenwert. Erben sind oft keine typischen Verkäufer. Sie brauchen Beratung, keine Verkaufsfloskeln.
- Digitale Erwartungen: 97 % aller Immobiliensuchen starten online (REsimpli, 2025). Eigentümer googeln „Immobilienmakler + Stadt”, bevor sie jemanden beauftragen. Wer dort nicht auftaucht, existiert nicht.
Die gute Nachricht: Wer jetzt ein durchdachtes Akquise-System aufbaut, profitiert vom Generationenwechsel, der in den kommenden Jahren massiv Objekte auf den Markt spülen wird. Die schlechte Nachricht: Die Zeit des „Abwartens” ist vorbei.
Die 3 häufigsten Fehler bei der Immobilienakquise
Bevor wir zu den Strategien kommen, räumen wir drei Fehler aus dem Weg, die wir bei fast jedem Makler sehen. Denn das beste Akquise-System bringt nichts, wenn das Fundament nicht stimmt.
Fehler 1: Nur auf Portale verlassen
ImmoScout24 ist kein Akquise-Kanal. Es ist ein Vertriebskanal für bereits gewonnene Objekte. Wenn Ihr gesamtes Geschäftsmodell davon abhängt, dass Eigentümer über das Portal auf Sie zukommen, geben Sie die Kontrolle ab. Sie sind abhängig von Algorithmus-Änderungen, Preissteigerungen und der Konkurrenz, die auf derselben Plattform sitzt.
Fehler 2: Leads kaufen statt Leads verdienen
Gekaufte Eigentümer-Leads klingen verlockend. In der Praxis sieht das anders aus: Die Conversion-Rate liegt bei den meisten Lead-Anbietern unter 2 % (Tom Ferry, 2025). Warum? Weil derselbe Lead an 5-10 Makler gleichzeitig verkauft wird. Sie konkurrieren sofort im Preiskampf, statt als Experte wahrgenommen zu werden.
Fehler 3: Kein System, keine Nachverfolgung
Ich sage es klar: Die meisten Makler betreiben Akquise wie ein Hobby. Mal ein Flyer, mal ein Social-Media-Post, mal ein Anruf. Ohne CRM, ohne Wiedervorlage, ohne Erfolgsmessung. Das ist kein Business. Das ist Hoffnungsmarketing.
Aus unserer Arbeit mit Makler-Kunden wissen wir: Ein strukturiertes CRM mit konsequenter Nachverfolgung verdoppelt die Abschlussquote im Vergleich zu Maklern, die „aus dem Kopf” arbeiten. Der Unterschied liegt nicht in der Akquise-Methode, sondern in der Konsequenz.
Key Fact
Die Conversion-Rate gekaufter Eigentümer-Leads liegt bei unter 2 %, weil dieselben Kontakte an 5-10 Makler gleichzeitig verkauft werden. Systematische Eigenakquise über SEO, Farming und Tippgeber-Systeme liefert deutlich höhere Abschlussquoten bei niedrigeren Kosten pro Auftrag.
Quelle: Tom Ferry (2025)
Digitale Akquise-Strategien: So gewinnen Sie Objekte online
97 % aller Immobiliensuchenden starten ihre Recherche online (REsimpli, 2025). Das gilt nicht nur für Käufer, sondern zunehmend auch für Eigentümer, die einen Makler suchen. Digitale Immobilienakquise ist deshalb kein optionaler Kanal, sondern die Basis.
#1 Website und SEO als Akquise-Maschine
Ihre Website ist Ihr bester Akquise-Mitarbeiter. Sie arbeitet 24/7, braucht kein Gehalt und generiert planbare Anfragen. Voraussetzung: Sie wird gefunden. Und das bedeutet Suchmaschinenoptimierung (SEO).
76 % aller Immobiliensuchen enthalten standortspezifische Begriffe (Backlinko, 2025). „Immobilienmakler Köln”, „Haus verkaufen München”, „Wohnungsbewertung Hamburg”. Wenn Ihre Website bei diesen Suchanfragen nicht auftaucht, existieren Sie für diese Eigentümer nicht.
Was Sie konkret tun sollten:
- Erstellen Sie für jeden Stadtteil und jede Dienstleistung eine eigene Landingpage (z.B. „Immobilie verkaufen in Köln-Lindenthal”)
- Optimieren Sie Ihr Google Business Profil mit aktuellen Fotos, Leistungen und Bewertungen
- Veröffentlichen Sie regelmäßig Blog-Artikel zu lokalen Immobilienthemen
- Achten Sie auf schnelle Ladezeiten und mobiltaugliches Design
ROI-Einschätzung: SEO ist eine Investition, die sich nach 4-6 Monaten auszahlt. Danach generiert sie planbare Anfragen ohne laufende Klickkosten. Kosten für professionelle Makler-Websites liegen zwischen 3.000 und 15.000 €, laufende SEO-Betreuung ab 500 € monatlich.
Zeitaufwand: 2-4 Stunden pro Woche für Content-Pflege und lokales SEO.
#2 Google Ads für Verkaufsmandate
Google Ads sind der schnellste Weg, um sofort Eigentümer-Anfragen zu generieren. Anders als SEO brauchen Sie keine Monate Vorlaufzeit. Sie schalten eine Anzeige auf „Immobilie verkaufen + Stadt” und bekommen Anfragen. Ab dem ersten Tag.
Der Haken: Die Klickpreise für Immobilien-Keywords liegen in Deutschland bei 5-15 € pro Klick. Bei einer typischen Conversion-Rate von 3-5 % bedeutet das: Ein qualifizierter Lead kostet Sie 100-500 €. Klingt teuer? Rechnen Sie es gegen Ihre Provision. Bei einem 400.000-€-Objekt mit 3 % Provision sind 500 € Leadkosten ein Witz.
Praxis-Tipp: Schalten Sie keine generischen Anzeigen auf „Immobilienmakler”. Zielen Sie auf Verkäufer-Intent: „Haus verkaufen [Stadt]”, „Immobilienbewertung kostenlos [Stadt]”, „Makler für Hausverkauf [Stadt]”. Diese Keywords sind teurer, aber die Leads sind 10x qualifizierter.
ROI-Einschätzung: Bei richtigem Setup 800-2.500 % ROI. Monatliches Mindestbudget: 500-1.000 € für eine Stadt.

#3 Social-Media-Akquise: Facebook, Instagram, LinkedIn
90 % der Makler nutzen Facebook für ihr Marketing (REsimpli, 2025). Das Problem: Die meisten posten Objektinserate und wundern sich, warum nichts passiert. Social Media für Makler funktioniert anders.
Für die Objektakquise sind drei Plattformen relevant:
- Facebook: Lokale Gruppen und gezielte Ads auf Eigentümer (Targeting: Eigenheimbesitzer, 50+, Region). Meta Ads auf Eigentümer konvertieren erfahrungsgemäß bei 2-4 % zu einem Beratungstermin.
- Instagram: Verkaufserfolge dokumentieren (Vorher/Nachher, „Verkauft in 3 Wochen”), Reels mit lokalem Marktüberblick, Stories aus dem Makler-Alltag. Schafft Vertrauen, keine direkten Leads.
- LinkedIn: B2B-Kanal für Kooperationen mit Bauträgern, Finanzierern, Rechtsanwälten. Nicht unterschätzen für Gewerbe-Akquise.
Praxis-Tipp: Erstellen Sie eine Facebook-Anzeige mit dem Titel „Was ist Ihre Immobilie in [Stadt] wirklich wert? Kostenlose Bewertung in 24 Stunden.” Verlinken Sie auf ein Bewertungstool oder ein Formular. Budget: 10-20 € pro Tag.
#4 Bewertungstools als Lead-Magneten für Eigentümer
Online-Bewertungstools sind einer der effektivsten Lead-Magneten für die Eigentümer-Akquise. Der Mechanismus ist simpel: Ein Eigentümer möchte wissen, was seine Immobilie wert ist. Er gibt Daten ein. Sie bekommen seinen Kontakt. Win-Win.
Die meisten Makler nutzen generische White-Label-Tools von Sprengnetter oder PriceHubble. Das Problem: Eigentümer erkennen, dass es dasselbe Tool ist, das auf 50 anderen Makler-Websites steht. Der Schlüssel liegt in der Nachbereitung, nicht im Tool selbst. Wer innerhalb von 30 Minuten anruft und eine fundierte Einschätzung liefert, gewinnt den Auftrag. Wer eine automatische E-Mail schickt und drei Tage wartet, verliert ihn.
So machen Sie es richtig:
- Integrieren Sie ein Bewertungstool prominent auf Ihrer Website (Header, Sidebar, eigene Landingpage)
- Schalten Sie Google Ads und Facebook Ads auf „Immobilienbewertung + Stadt”
- Rufen Sie jeden Lead innerhalb von 30 Minuten an
- Bieten Sie einen kostenlosen Vor-Ort-Termin an, um die Online-Bewertung zu verifizieren
ROI-Einschätzung: Bewertungstools kosten 50-200 € pro Monat. In Kombination mit Ads generieren sie 10-30 Leads pro Monat. Bei einer Abschlussquote von 5-10 % ergibt das 1-3 Aufträge monatlich.
#5 Content Marketing und Blog: Autorität aufbauen
Eigentümer beauftragen den Makler, dem sie vertrauen. Und Vertrauen entsteht, wenn Sie Kompetenz zeigen, bevor der Eigentümer Sie jemals kontaktiert hat. Content Marketing ist der effektivste Weg dorthin.
Schreiben Sie Artikel zu Themen, die Ihre Zielgruppe bewegen: „Was kostet ein Hausverkauf?”, „Erbe annehmen oder verkaufen?”, „Immobilienpreise in [Stadt] 2026″. Jeder Artikel ist ein Touchpoint, der Vertrauen aufbaut und SEO-Sichtbarkeit stärkt.
Wir sehen bei unseren Makler-Kunden ein klares Muster: Makler mit einem regelmäßig gepflegten Blog (2-4 Artikel pro Monat) generieren nach 6 Monaten 3-5x mehr organische Anfragen als Makler ohne Content-Strategie. Die Artikel ranken für Long-Tail-Keywords und ziehen genau die Eigentümer an, die aktiv nach Informationen suchen.
Zeitaufwand: 3-5 Stunden pro Artikel. Alternativ: Lassen Sie Ihre Marketing-Agentur die Texte schreiben.
#6 Video-Marketing: Verkaufserfolge sichtbar machen
Immobilienanzeigen mit Video erhalten 403 % mehr Anfragen als Inserate ohne Bewegtbild (REsimpli, 2025). Aber Video funktioniert nicht nur für Objektvermarktung, sondern auch für die Akquise neuer Mandate.
Wie? Dokumentieren Sie Ihre Verkaufserfolge. Zeigen Sie die Reise eines Objekts: vom ersten Besichtigungstermin über das Homestaging bis zur Übergabe. Filmen Sie kurze „Marktberichte” für Ihren Stadtteil. Erstellen Sie Erklärvideos: „So verkaufen Sie Ihre Immobilie in [Stadt] zum Bestpreis.”
Das Ergebnis: Eigentümer sehen, dass Sie wissen, was Sie tun. Sie sehen Ergebnisse, nicht Versprechungen. Und sie kontaktieren Sie, weil sie Ihnen bereits vertrauen.
Praxis-Tipp: Sie brauchen kein Profi-Equipment. Ein Smartphone, ein Gimbal für 80 € und gutes Tageslicht reichen. Veröffentlichen Sie auf YouTube (SEO-Wirkung), Instagram Reels (Reichweite) und auf Ihrer Website (Conversion).
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#7 KI-gestützte Objektakquise und Predictive Analytics
Das ist die Strategie, die 2026 den größten Unterschied machen wird, und die kaum ein Makler auf dem Schirm hat. KI-Tools können aus öffentlich verfügbaren Daten Verkaufssignale erkennen, bevor der Eigentümer selbst weiß, dass er verkaufen will.
Was ist damit gemeint?
- Predictive Analytics: Tools wie Offrs, SmartZip oder deutsche Alternativen analysieren Faktoren wie Besitzdauer, Lebensveränderungen (Scheidung, Umzug, Ruhestand) und Marktdaten, um Verkaufswahrscheinlichkeiten zu berechnen.
- CRM-Automation: Ihr CRM erkennt, welche Kontakte „warm” werden (häufige Website-Besuche, Bewertungs-Anfragen) und triggert automatisch personalisierte Follow-ups.
- KI-gestütztes Monitoring: Crawling von Todesanzeigen, Insolvenzbekanntmachungen und Grundbuchdaten als Frühwarnsystem für potenzielle Verkäufe.
Klingt das nach Science Fiction? Ist es nicht. In den USA nutzen bereits 25 % der Top-Makler Predictive-Analytics-Tools (NAR Technology Survey, 2025). In Deutschland steckt das Thema noch in den Kinderschuhen. Genau darin liegt Ihre Chance.
ROI-Einschätzung: Hoch, aber mit Lernkurve. Rechnen Sie mit 100-300 € monatlich für Tools und 2-3 Monaten Einarbeitungszeit.
Key Fact
In den USA nutzen bereits 25 % der Top-Makler Predictive-Analytics-Tools zur Identifikation verkaufsbereiter Eigentümer. In Deutschland ist KI-gestützte Objektakquise noch kaum verbreitet, was Vorreitern einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Quelle: NAR Technology Survey (2025)
Offline-Akquise mit System: Immobilien richtig akquirieren vor Ort
Trotz Digitalisierung bleibt Immobilienakquise ein lokales Geschäft. 92 % der Eigentümer wählen ihren Makler wegen Reputation und persönlicher Empfehlung (Haufe/INNOFACT). Offline-Akquise baut genau diese Reputation auf, wenn sie systematisch betrieben wird.

#8 Farming: Ihr Revier systematisch bearbeiten
Farming ist die Königsdisziplin der Objektakquise. Das Prinzip: Sie wählen ein Gebiet (500-1.000 Haushalte) und bearbeiten es konsequent über 12-24 Monate, bis Sie dort als „der Makler” bekannt sind.
Aus der Praxis unserer Makler-Kunden wissen wir: Systematisches Farming liefert nach 6-12 Monaten die verlässlichsten Ergebnisse. Makler, die ein Farming-Gebiet konsequent bearbeiten, berichten von 3-5 Aufträgen pro Jahr allein aus diesem Gebiet. Bei einer durchschnittlichen Provision von 8.000-12.000 € pro Auftrag ist das ein erheblicher Umsatzanteil.
So setzen Sie Farming um:
- Gebiet wählen: Idealerweise ein Viertel mit hoher Eigentumsquote und Eigentümern 55+. Prüfen Sie die durchschnittliche Haltedauer der Immobilien.
- Regelmäßige Touchpoints: Monatlicher Marktbericht als Postwurfsendung, saisonale Grußkarten, Einladungen zu Nachbarschaftsevents.
- Persönliche Präsenz: Klingeln Sie an Türen. Nicht um zu verkaufen, sondern um sich vorzustellen. „Ich bin Ihr Nachbarschafts-Makler und betreue dieses Viertel. Falls Sie jemals Fragen zum Immobilienmarkt haben, hier ist meine Karte.”
- Erfolge kommunizieren: Jedes verkaufte Objekt im Gebiet kommunizieren Sie: „Gerade verkauft: Einfamilienhaus in Ihrer Nachbarschaft, 15 % über dem Durchschnittspreis.”
- Geo-Targeting digital: Schalten Sie Facebook/Instagram Ads nur für Ihr Farming-Gebiet. Kosten: 5-10 € pro Tag.
Zeitaufwand: 4-6 Stunden pro Woche. Kosten: 200-500 € monatlich für Print und Ads.
#9 Printmedien: Flyer, Magazine und Inserate mit Strategie
„Flyer sind doch tot.” Nein. Flyer ohne Strategie sind tot. Ein gut gestalteter Immobilienmakler-Flyer als Teil einer Farming-Kampagne funktioniert nach wie vor. Der Unterschied liegt im Inhalt.
Was funktioniert:
- Marktberichte: „Immobilienpreise in [Stadtteil] Q1 2026: +3,2 % im Vergleich zum Vorjahr.” Konkreter Mehrwert, nicht Eigenwerbung.
- „Gerade verkauft”-Karten: Postkarten an die 100 nächsten Nachbarn nach jedem Verkauf. Mit Foto, Verkaufspreis und Verkaufsdauer.
- Eigentümer-Magazine: Vierteljährliches Mini-Magazin (8-12 Seiten) mit Marktdaten, Tipps und Kundenstimmen. Aufwand: hoch. Wirkung: enorm.
Was nicht funktioniert: Generische Flyer mit Ihrem Foto und dem Satz „Ich suche Immobilien in Ihrer Gegend”. Das wirft jeder weg.
ROI-Einschätzung: 500-1.000 Flyer kosten 100-300 € inkl. Druck und Verteilung. Ein einziger Auftrag daraus deckt die Kosten für Jahre.
#10 Tag der offenen Tür als Akquise-Event
In den USA sind Open Houses ein Standard-Akquise-Tool. In Deutschland nutzt das kaum jemand. Genau deshalb funktioniert es.
Die Idee: Sie veranstalten einen Tag der offenen Tür nicht nur, um das aktuelle Objekt zu verkaufen. Sondern um die Nachbarn kennenzulernen. Jeder Besucher ist ein potenzieller Verkäufer. Oder kennt jemanden, der verkaufen möchte.
So nutzen Sie es für die Akquise:
- Laden Sie die 200 nächsten Nachbarn per Flyer ein
- Bieten Sie einen kostenlosen „Marktcheck” für Nachbar-Immobilien an
- Sammeln Sie E-Mail-Adressen für Ihren Newsletter
- Verteilen Sie Ihren Marktbericht als Handout
Zeitaufwand: 1 Tag Vorbereitung, 3-4 Stunden Event. Kosten: 50-150 € für Flyer, Getränke und Snacks.
#11 Lokales Sponsoring und Community-Engagement
Sponsoring ist kein Charity-Projekt. Es ist gezielte Markenbildung. Sponsern Sie den lokalen Fußballverein, die Kita-Tombola oder das Stadtteilfest. Kosten: oft nur 200-500 € pro Jahr. Wirkung: Ihr Name wird im Viertel bekannt, und zwar positiv.
Makler-Branding funktioniert dann am besten, wenn es authentisch ist. Sponsern Sie nicht wahllos alles, sondern wählen Sie 2-3 Engagements, die zu Ihnen passen. Der Tennisverein, in dem Sie selbst Mitglied sind. Die Grundschule, in die Ihre Kinder gehen. Das schafft Gesprächsanlässe, die kein Flyer der Welt bieten kann.
#12 Mehrwert-Seminare und Informationsabende
Veranstalten Sie einen Informationsabend: „Immobilie erben, behalten oder verkaufen?” oder „Was ist mein Haus 2026 wirklich wert?”. Diese Formate ziehen genau die richtige Zielgruppe an: Eigentümer mit konkretem Handlungsbedarf.
Kooperieren Sie dabei mit einem Steuerberater oder Notar. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und den Mehrwert. Und es gibt Ihnen einen natürlichen Gesprächseinstieg: „Falls Sie konkret über einen Verkauf nachdenken, lassen Sie uns nach dem Vortrag kurz sprechen.”
Praxis-Tipp: Nutzen Sie die VHS oder Ihre lokale Sparkasse als Veranstaltungsort. Beide haben eingebautes Vertrauen und erreichen Ihre Zielgruppe. Kosten: oft 0 €, da beide Institutionen gerne Experten einladen.
Zeitaufwand: 4-6 Stunden Vorbereitung, 2 Stunden Event. Erwartbare Leads: 5-15 qualifizierte Kontakte pro Abend.
Wie nutzen Sie Netzwerk und Empfehlungen systematisch für die Akquise?
Empfehlungsmarketing ist der Akquise-Kanal mit der höchsten Abschlussquote. 92 % der Eigentümer wählen ihren Makler aufgrund von Reputation und Empfehlung (Haufe/INNOFACT). Das Geheimnis: Empfehlungen müssen Sie nicht dem Zufall überlassen. Sie können sie systematisieren.
#13 Tippgeber-System: Empfehlungen provisionieren
Ein Tippgeber-System ist simpel: Jemand empfiehlt Ihnen einen Eigentümer mit Verkaufsabsicht. Wenn daraus ein Auftrag wird, zahlen Sie eine Provision. In der Regel 5-10 % Ihrer Maklerprovision oder einen Fixbetrag von 500-1.500 €.
Aus unserer Erfahrung sind Tippgeber-Leads die günstigsten Leads überhaupt. Während ein Google-Ads-Lead 100-500 € kostet und eine Abschlussquote von 5-10 % hat, kommen Tippgeber-Leads bereits vorqualifiziert. Die Abschlussquote liegt typischerweise bei 20-40 %. Und Sie zahlen nur bei Erfolg.
Wer sind gute Tippgeber?
- Hausverwalter (kennen die Eigentümer in ihren Beständen)
- Handwerker (erfahren oft zuerst von Verkaufsabsichten)
- Bankmitarbeiter (bearbeiten Kreditablösungen und Erbangelegenheiten)
- Bestehende Kunden (die zufriedensten Kunden sind die besten Empfehler)
- Steuerberater und Notare (wissen von Erbfällen und Scheidungen)
So systematisieren Sie es: Erstellen Sie eine Tippgeber-Vereinbarung (1 Seite), definieren Sie die Provision transparent, und erinnern Sie Ihre Tippgeber alle 3 Monate mit einem kurzen Anruf oder einer Nachricht. Einfach. Effektiv.
#14 After-Sales-Management: Bestandskunden als Akquise-Quelle
Die meisten Makler vergessen ihre Kunden nach dem Notartermin. Das ist ein teurer Fehler. Zufriedene Kunden sind Ihre beste Akquise-Quelle: Sie empfehlen Sie weiter, kaufen oder verkaufen erneut, und stärken Ihre Online-Bewertungen.
After-Sales-System in 4 Schritten:
- Tag 1 nach Übergabe: Persönliche Dankeskarte mit kleinem Geschenk (Blumenstrauß, Weinflasche)
- Monat 1: Anruf: „Wie läuft’s im neuen Zuhause? Kann ich noch etwas für Sie tun?”
- Monat 6: Einladung in Ihren Newsletter und zum nächsten Event
- Jährlich: Weihnachtsgruß oder Immobilien-Jahresrückblick per Post
Warum das funktioniert: Ein zufriedener Kunde empfiehlt Sie im Schnitt an 3-5 Personen (NAR, 2025). Bei 20 Verkäufen pro Jahr sind das 60-100 potenzielle Kontakte, die bereits Vertrauen haben. Ohne einen Cent Werbekosten.
#15 Kooperation mit Bauträgern, Architekten und Handwerkern
Bauträger haben Grundstücke, aber nicht immer einen Vertrieb. Architekten wissen, wenn ein Eigentümer umbauen will (oft Vorstufe zum Verkauf). Handwerker sind in den Häusern und hören, was geplant ist.
Bauen Sie systematische Kooperationen auf. Laden Sie 10 lokale Handwerker, Architekten und Bauträger zum gemeinsamen Mittagessen ein. Erklären Sie Ihr Tippgeber-Modell. Pflegen Sie die Beziehung regelmäßig. Das ist Networking, das tatsächlich Aufträge bringt.
#16 Kooperation mit Finanzierungsmaklern und Banken
Finanzierungsmakler und Bankberater wissen als Erste, wenn ein Eigentümer über einen Verkauf nachdenkt. Kreditablösung, Anschlussfinanzierung, Erbfall: All das sind Verkaufssignale, die bei der Bank landen, bevor Sie davon erfahren.
Cross-Referral-Modell: Sie empfehlen Ihren Käufern den Finanzierungsmakler. Der Finanzierungsmakler empfiehlt verkaufswillige Eigentümer an Sie. Beide profitieren, ohne Kosten. Das Modell funktioniert besonders gut mit unabhängigen Finanzierungsmaklern (Interhyp-Partner, Dr. Klein, lokale Berater), die nicht an eine Bank gebunden sind.
#17 Business Networks: BNI, Rotary und Co.
Ich sage es ehrlich: Die meisten Business-Netzwerke sind Zeitverschwendung. Sinnlose Treffen mit Menschen, die nichts empfehlen und nichts bringen. Das ist kein Netzwerk. Das ist Zeitvertreib mit schlechtem Kaffee.
Die Ausnahme: BNI (Business Network International) funktioniert, wenn die Gruppe gut zusammengesetzt ist. Warum? Weil es ein verbindliches Empfehlungssystem gibt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, aktiv Empfehlungen zu generieren. In einer guten BNI-Gruppe generiert ein Makler 5-10 qualifizierte Empfehlungen pro Jahr.
Prüfen Sie die BNI-Gruppen in Ihrer Region. Achten Sie darauf, dass kein anderer Makler Mitglied ist (BNI erlaubt nur eine Branche pro Gruppe) und dass relevante Berufsgruppen vertreten sind: Steuerberater, Rechtsanwälte, Handwerker, Finanzberater.
#18 Circle Prospecting: Nachbarn nach erfolgreichem Verkauf ansprechen
Circle Prospecting ist eine der effektivsten Akquise-Methoden, die in Deutschland fast niemand einsetzt. Das Prinzip: Nach jedem erfolgreichen Verkauf kontaktieren Sie die 50-100 nächsten Nachbarn.
Warum es funktioniert: Nachbarn sehen, dass ein Haus in ihrer Straße verkauft wurde. Sie fragen sich: „Was wäre mein Haus wert?” Genau in diesem Moment erreichen Sie sie mit der Nachricht: „Gerade verkauft: Einfamilienhaus in Ihrer Straße, 15 % über dem Durchschnittspreis, in nur 4 Wochen. Denken Sie auch über einen Verkauf nach?”
Umsetzung:
- Postkarte an 50-100 Nachbarn innerhalb von 7 Tagen nach Verkauf
- Persönlicher Besuch bei den direkten Nachbarn (5-10 Häuser)
- Facebook-Anzeige mit Geo-Targeting auf den Straßenzug
Kosten: 30-80 € pro Runde (Postkarten + Porto). Erwartbare Ergebnisse: 1-3 konkrete Gesprächstermine pro Aktion.
Key Fact
92 % der Eigentümer beauftragen einen Makler aufgrund von Reputation und persönlichen Empfehlungen. Tippgeber-Systeme mit transparenter Provisionsstruktur erzielen Abschlussquoten von 20-40 % und sind damit der kosteneffizienteste Akquise-Kanal für Immobilienmakler.
Quelle: Haufe / INNOFACT (2024)
Direktakquise und Outbound: Immobilienmakler, die Objekte aktiv akquirieren
Nicht jede Akquise muss darauf warten, dass der Eigentümer zu Ihnen kommt. Manchmal müssen Sie den ersten Schritt machen. Direktakquise, also Outbound, ist der älteste Akquise-Kanal in der Immobilienbranche. Die Regeln haben sich geändert (Stichwort UWG §7). Die Wirksamkeit nicht.
#19 Warmakquise: Kontakte aus dem CRM aktivieren
Die wertvollste Akquise-Quelle, die die meisten Makler ignorieren, liegt in ihrem eigenen CRM. Kontakte, die vor 6, 12 oder 24 Monaten eine Bewertung angefragt haben. Eigentümer, die „noch nicht so weit” waren. Käufer, die inzwischen selbst Eigentümer geworden sind.
So aktivieren Sie schlafende Kontakte:
- Segmentieren Sie Ihr CRM nach Kontakttyp und letztem Kontakt
- Erstellen Sie eine E-Mail-Sequenz für „kalte” Kontakte: Marktupdate → Bewertungsangebot → Einladung zum Event
- Rufen Sie die Top-20 % persönlich an (Kontakte mit konkreter Verkaufsabsicht in der Historie)
- Automatisieren Sie Wiedervorlagen: Jeder Kontakt bekommt alle 90 Tage einen Touchpoint
Wichtig: Warmakquise ist keine Kaltakquise. Diese Kontakte haben bereits mit Ihnen interagiert. Sie haben Ihnen ihre Daten gegeben. Ein Anruf ist hier nicht nur erlaubt, sondern erwartet.
#20 Privatverkäufer auf Portalen konvertieren (FSBO-Strategie)
Eigentümer, die ohne Makler verkaufen (FSBO: For Sale By Owner), sind eine unterschätzte Akquise-Zielgruppe. Sie finden sie auf eBay Kleinanzeigen, ImmoScout24 (Filter: „Privatanbieter”) und in lokalen Zeitungen. Der Vorteil: Sie wissen bereits, dass diese Menschen verkaufen wollen.
Der Ansatz ist nicht: „Sie brauchen mich.” Sondern: „Ich sehe, dass Ihre Immobilie seit 8 Wochen online ist. Ich habe 3 vorgemerkte Käufer, die genau diesen Typ Immobilie suchen. Darf ich Ihnen kurz erklären, was ich für Sie tun kann?”
Wir empfehlen unseren Makler-Kunden, wöchentlich 30 Minuten zu investieren, um Privatinserate in ihrem Gebiet zu scannen. Kontaktieren Sie 5-10 Eigentümer per Brief (nicht per Telefon, das ist unerlaubte Kaltakquise). Von 10 Briefen führen erfahrungsgemäß 2-3 zu einem Gespräch, und 1 zu einem Auftrag.
Praxis-Tipp: Schreiben Sie einen persönlichen Brief, keinen Standardtext. Beziehen Sie sich auf die konkrete Immobilie. Zeigen Sie, dass Sie sich damit beschäftigt haben. Das unterscheidet Sie von den 10 anderen Maklern, die dasselbe versuchen.
#21 Off-Market: Nicht-inserierte Objekte finden
Off-Market-Deals sind Immobilien, die zum Verkauf stehen, aber nirgendwo inseriert sind. Für Makler mit dem richtigen Netzwerk sind sie eine Goldgrube: kein Wettbewerb, keine Vergleichsportale, keine Preisverhandlungen nach unten.
Wo finden Sie Off-Market-Objekte?
- Erbfälle: Nachlassgerichte veröffentlichen Nachlasspflegschaften. Erben sind oft überfordert und dankbar für professionelle Unterstützung.
- Zwangsversteigerungen: Eigentümer, die vor einer Zwangsversteigerung stehen, bevorzugen oft einen diskreten Verkauf. Die Amtsgerichte veröffentlichen Termine auf zvg-portal.de.
- Insolvenzverwalter: Kontaktieren Sie lokale Insolvenzverwalter. Die verwalten regelmäßig Immobilien und suchen effiziente Vermarktung.
- Eigentümergemeinschaften: Über Hausverwalter erfahren Sie von Wohnungseigentümern, die verkaufen möchten.
- Bauordnungsamt: Abbruchanträge und Baugenehmigungen deuten auf Veränderungen hin.
ROI-Einschätzung: Hoch, da Sie als einziger Makler am Objekt sind. Zeitaufwand: 2-3 Stunden pro Woche für Recherche und Kontaktaufnahme.
#22 „Buyers-as-Bait”: Vorgemerkte Käufer als Akquise-Hebel
Diese Strategie kommt aus den USA und funktioniert in Deutschland genauso gut. Das Prinzip: Sie nutzen Ihre vorgemerkten Käufer als Argument, um Eigentümer zu überzeugen.
Konkret: „Ich habe aktuell 7 vorgemerkte Familien, die ein Einfamilienhaus in [Stadtteil] suchen. Budget: 400.000-550.000 €. Falls Sie Ihre Immobilie verkaufen möchten, hätten Sie sofort qualifizierte Interessenten. Ohne Wartezeit, ohne Portal.”
Das ist kein leeres Versprechen. Wenn Sie Ihre Käufer-Pipeline ordentlich pflegen, haben Sie diese Daten. Und für Eigentümer ist „Ich habe bereits Käufer” das stärkste Verkaufsargument, das ein Makler bringen kann.
Umsetzung: Postkarte oder Brief an Eigentümer in dem Gebiet, das Ihre Käufer suchen. Alternativ: Facebook-Anzeige mit der Botschaft „Wir suchen für unsere Kunden: Einfamilienhaus in [Stadtteil]”.
#23 Kaltakquise für Makler: Was 2026 erlaubt ist und was nicht
Kaltakquise per Telefon bei Privatpersonen ist in Deutschland ohne vorherige Einwilligung verboten. Das regelt §7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eindeutig. Verstöße können Abmahnungen und Bußgelder von bis zu 300.000 € nach sich ziehen (UWG §7, Bundesministerium der Justiz).
Was ist verboten?
- Telefonische Kaltakquise bei Privatpersonen ohne ausdrückliche vorherige Einwilligung
- Unerwünschte E-Mail-Werbung ohne Opt-in
- Faxwerbung ohne Einwilligung
Was ist erlaubt?
- Briefkastenwerbung: Flyer und persönliche Briefe dürfen Sie ohne Einwilligung einwerfen (sofern kein „Keine Werbung”-Aufkleber vorhanden ist)
- Persönlicher Besuch: An der Haustür klingeln ist erlaubt (sofern der Besuch nicht aufdringlich wird)
- Kaltakquise bei Gewerbetreibenden: Wenn ein „mutmaßliches Interesse” besteht, dürfen Sie Unternehmen kalt anrufen
- Social-Media-Nachrichten: Rechtliche Grauzone. Persönliche, nicht-werbliche Nachrichten werden toleriert
Mein Rat: Investieren Sie Ihre Energie in die erlaubten Kanäle. Ein persönlicher Brief an einen Privatverkäufer ist ohnehin wirksamer als ein unerwünschter Anruf, der beim Gegenüber sofort Ablehnung auslöst.
Key Fact
Kaltakquise per Telefon bei Privatpersonen ist in Deutschland gemäß §7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ohne vorherige Einwilligung verboten. Erlaubt bleiben Briefkastenwerbung, persönliche Besuche und Kaltakquise bei Gewerbetreibenden mit mutmaßlichem Interesse. Verstöße können Bußgelder bis 300.000 € nach sich ziehen.
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Welche Akquise-Strategie passt zu welchem Makler?
Nicht jede Strategie passt zu jedem Makler. Ein Einzelmakler mit 30 Stunden pro Woche hat andere Möglichkeiten als ein Büro mit 10 Mitarbeitern. Hier eine ehrliche Einordnung, die Ihnen bei der Auftragsakquise als Immobilienmakler hilft.
| Strategie | Einzelmakler | Maklerbüro (3-10 MA) | Franchise / Netzwerk |
|---|---|---|---|
| SEO + Website | Sehr empfohlen | Pflicht | Pflicht |
| Google Ads | Ab 500 €/Monat | Ab 1.000 €/Monat | Zentral + lokal |
| Social Media Ads | DIY möglich | Mit Agentur | Zentrale Assets |
| Bewertungstools | Pflicht | Pflicht | Eigenes Tool |
| Video-Marketing | Smartphone reicht | Professionell | Professionell |
| KI-Tools | Experimentieren | Investieren | Skalieren |
| Farming | 1 Gebiet | 2-3 Gebiete | Pro Standort |
| Farming-begleitend | Eigenständig | Zentral | |
| Tippgeber | Sehr empfohlen | Systematisieren | Zentral managen |
| After-Sales | Pflicht | Pflicht | CRM-gestützt |
| Privatverkäufer (FSBO) | Wöchentlich scannen | Dedizierter MA | Automatisiert |
| Kaltakquise (Brief) | Gezielt | Systematisch | Lokal angepasst |
Meine Empfehlung für Einsteiger: Starten Sie mit 3 Strategien. Nicht mit 23. Wählen Sie: (1) Website + SEO, (2) Farming in einem Gebiet, (3) Tippgeber-System. Wenn diese drei laufen, erweitern Sie. So bauen Sie ein planbares Akquise-System auf, ohne sich zu verzetteln.
Die 3 Säulen erfolgreicher Objektakquise
Lassen Sie mich zum Schluss die wichtigste Erkenntnis aus 23 Strategien zusammenfassen. Es gibt drei Säulen, die über Ihren Erfolg bei der Immobilienakquise entscheiden. Keine einzelne Strategie, kein einzelner Trick. Drei Grundprinzipien.
Säule 1: Starke Marke
Eigentümer beauftragen den Makler, dem sie vertrauen. Vertrauen entsteht durch konsistentes Branding, professionelle Außendarstellung und sichtbare Ergebnisse. Ihre Website, Ihre Social-Media-Präsenz, Ihre Bewertungen, Ihre Flyer, alles muss eine einheitliche Botschaft senden: „Dieser Makler ist der Experte in meiner Region.”
Säule 2: Funktionierendes System
Akquise ohne System ist Hoffnungsmarketing. Sie brauchen: ein CRM mit konsequenter Nachverfolgung, einen Kalender mit festen Akquise-Zeiten, messbare KPIs (Leads pro Woche, Termine pro Monat, Abschlüsse pro Quartal) und einen definierten Prozess für jeden Akquise-Kanal.
Säule 3: Durchhaltevermögen
SEO braucht 4-6 Monate. Farming braucht 6-12 Monate. Ein Tippgeber-Netzwerk braucht 3-6 Monate. Keine dieser Strategien liefert Ergebnisse in der ersten Woche. Die Makler, die langfristig erfolgreich Objekte akquirieren, sind nicht die Cleversten. Es sind die Konsequentesten.
Häufige Fragen zur Objektakquise für Immobilienmakler
Wie kommt man als Makler an Objekte?
Erfolgreiche Makler kombinieren digitale Akquise (Website, SEO, Bewertungstools, Social-Media-Ads) mit Offline-Methoden (Farming, Tippgeber-Systeme, Netzwerk-Kooperationen). Der Schlüssel liegt nicht in einer einzelnen Strategie, sondern in einem systematischen Ansatz mit CRM-Nachverfolgung. Makler, die 3-5 Kanäle parallel bespielen und konsequent nachfassen, gewinnen planbar Aufträge. Details zu allen Strategien finden Sie in unserem Artikel Wie kommen Makler an Immobilien?.
Was ist Objektakquise?
Objektakquise umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Immobilienmakler neue Verkaufsaufträge (Mandate) gewinnt. Dazu gehören digitale Strategien wie SEO, Google Ads und Bewertungstools, Offline-Maßnahmen wie Farming und Printmedien sowie Netzwerk-Aktivitäten wie Tippgeber-Systeme und Kooperationen. In einem Markt mit über 42.000 Maklern in Deutschland (Listflix, 2025) entscheidet systematische Akquise über Erfolg oder Misserfolg.
Ist Kaltakquise für Immobilienmakler erlaubt?
Telefonische Kaltakquise bei Privatpersonen ist ohne vorherige Einwilligung verboten (§7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Erlaubt sind: Briefkastenwerbung (ohne „Keine Werbung”-Aufkleber), persönliche Haustürbesuche und telefonische Kaltakquise bei Gewerbetreibenden mit mutmaßlichem Interesse. Verstöße gegen das UWG können Bußgelder bis 300.000 € nach sich ziehen (UWG §7).
Welche Akquisestrategien gibt es für Immobilienmakler?
Die wichtigsten Akquisestrategien lassen sich in vier Kategorien einteilen: Digital (SEO, Google Ads, Social Media, Bewertungstools, Content Marketing, Video, KI-Tools), Offline (Farming, Print, Open House, Sponsoring, Seminare), Netzwerk (Tippgeber, After-Sales, Kooperationen, Business Networks, Circle Prospecting) und Direktakquise (CRM-Warmakquise, FSBO-Konvertierung, Off-Market, Buyers-as-Bait). Die optimale Kombination hängt von Ihrer Bürogröße und Ihrem Budget ab.
Was kostet eine professionelle Akquise-Strategie?
Die Kosten variieren stark je nach Kanal. Farming kostet 200-500 € monatlich (Print + Ads), Google Ads ab 500 € monatlich, eine professionelle Makler-Website 3.000-15.000 € einmalig, und SEO-Betreuung ab 500 € monatlich. Tippgeber-Systeme sind kostenlos im Aufbau und zahlen nur bei Erfolg. Ein Einzelmakler kann mit 500-1.000 € monatlich starten, ein Büro sollte 2.000-5.000 € einplanen.
Wie lange dauert es, bis Akquise-Maßnahmen wirken?
Google Ads liefern sofort Anfragen, ab dem ersten Tag. SEO braucht 4-6 Monate, bis es planbare Ergebnisse bringt. Farming zeigt nach 6-12 Monaten konsequenter Bearbeitung seine volle Wirkung. Tippgeber-Netzwerke benötigen 3-6 Monate Aufbauzeit. Die Faustregel: Je nachhaltiger der Kanal, desto länger die Anlaufzeit, aber desto geringer die laufenden Kosten.
Wie kann ich meine Akquise mit KI verbessern?
KI-Tools unterstützen die Akquise auf drei Ebenen: Predictive Analytics identifiziert Eigentümer mit hoher Verkaufswahrscheinlichkeit anhand von Datenmustern. CRM-Automation erkennt warme Kontakte und löst personalisierte Follow-ups aus. Content-Erstellung beschleunigt die Produktion von Marktberichten, Social-Media-Posts und Exposés. In den USA nutzen bereits 25 % der Top-Makler solche Tools (NAR, 2025).



